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SachsenEnergie Newsroom Im Fokus Hungrig auf Bundesliga
Hungrig auf Bundesliga

Harte Arbeit zahlt sich aus. Nach neun Jahren haben sich die Spielerinnen des HC Leipzig wieder zurück in die Oberklasse des deutschen Frauenhandballs gekämpft. Jetzt geht es um den Klassenerhalt.

Aus Jägerinnen werden Gejagte

Blau-gelber Jubel in der ausverkauften Brüderhalle in Leipzig. Die Handballerinnen des HC Leipzig gewinnen das letzte Spiel der Saison 2025/2026 und besiegeln damit ihren Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse. Neun Jahre nach dem Abstieg kämpfte sich der HC Leipzig Schritt für Schritt zurück an die Spitze. Mit einem der jüngsten Teams der Liga gelang im Sommer 2026 die Rückkehr ins Oberhaus. Talent, eine Menge Ausdauer und ein gemeinsames Ziel brachten das Team von Erik Töpfer nach ganz oben. „Der Klassenerhalt ist erst mal das Wichtigste. Und dass wir uns als Team weiterentwickeln“.

Zwischen Aufstieg und Klassenerhalt liegen nur wenige Monate. Die Zeit für Erholung ist knapp. Die Vorbereitungen intensiv. Doch mit dem Start in die neue Saison 2026/2027 geht für den Verein ein Traum in Erfüllung. Die Rückkehr in die 1. Handball-Bundesliga bedeutet auch: Die Jägerinnen werden zu Gejagten. Das Team des Traditionsvereins ist eines der jüngsten im deutschen Frauenhandball. Ein Vorteil in Sachen Spieldynamik und Entwicklung. Eine Herausforderung im Oberhaus. „In der Bundesliga ist jede Spielerin eine Top-Spielerin mit viel Erfahrung. Schema F Handball gibt es dort nicht“, erklärt Töpfer.

„Ich habe nie an meinem Team gezweifelt“

Erik Töpfer, Cheftrainer HC Leipzig

Das Ergebnis intensiver Nachwuchsarbeit

Der Grundstein für den sportlichen Erfolg des HC Leipzig wurde über viele Jahre hinweg gelegt. Im vereinseigenen Nachwuchsleistungszentrum verbindet der Club leistungsorientierten Handballsport mit einer fundierten schulischen Ausbildung. Junge Talente werden dort nicht nur sportlich gefördert, sondern ganzheitlich auf ihrem Weg in den Spitzenhandball begleitet. Durch professionelle Trainingsbedingungen, individuelle Entwicklungskonzepte und eine enge Betreuung entsteht ein Umfeld, das die Nachwuchsspielerinnen auf die Anforderungen des Leistungssports vorbereitet.

Wie nachhaltig diese Arbeit wirkt, zeigen die Erfolge der vergangenen Jahre. Gleich fünf Spielerinnen des HC Leipzig holten sich 2026 in der deutschen Nationalmannschaft den U20-Weltmeistertitel in China. Im Vorjahr gewannen vier von Ihnen bereits die U19-Europameisterschaft und der Verein damit eine Handvoll Hoffnungsträgerinnen. 

Jana Walther ist eine von ihnen. Als sie WM-Gold gewinnt und kurz darauf den Bundesliga-Aufstieg mit dem HC Leipzig feiert, erfüllt sich ein Traum, für den sie viele Jahre gearbeitet hat. Die 19-jährige Handballerin aus Oschatz hatte schon als Kind das Ziel vor Augen, hochklassig zu spielen. „Am liebsten mag ich die Spiele, bei denen ich an meine Grenzen komme. Hier können wir uns am schnellsten weiterentwickeln. In Drucksituationen treffen wir die besten Entscheidungen“, sagt Walther. Der Wechsel vom kleinen Handballverein in Oschatz nach Leipzig ins Sportgymnasium sei immens gewesen, persönlich wie sportlich, berichtet sie weiter. Doch der Zusammenhalt, den sie dort erfahren habe und das gemeinsame Ziel, sich mit dem HC Leipzig nach ganz oben zu spielen, habe sie schon früh mit dem Team zusammengeschweißt.

„In Drucksituationen treffen wir die besten Entscheidungen“

Jana Walther, U20-Weltmeisterin und Spielerin beim HC Leipzig

Energie für den Frauenhandball

Seit August 2026 tragen die Leipzigerinnen ihre Heimspiele in der Sporthalle Markranstädt aus. Die Lizenzanforderungen der 1. Bundesliga sind streng: Gefordert sind unter anderem eine Gegentribüne und eine Mindestkapazität von 1.500 Zuschauerinnen und Zuschauern. Die Brüderhalle im Leipziger Stadtkern, bisherige Heimspielstätte des Vereins, kommt da an ihre Grenzen.

Geschäftsführer Lars Lammich betont, dass sich mit der Verlagerung der Spielstätte ins südwestlich von Leipzig gelegene Markranstädt auch Chancen ergeben: „Die Anforderungen aufgrund der neuen Ligazugehörigkeit sind für unseren Verein enorm und bei Nichteinhaltung mit Strafzahlungen verbunden. Das ist für uns ein Kraftakt, den wir nur mit starken Partnerschaften und Sponsoren wie SachsenEnergie stemmen können. Gleichzeitig verbessern wir durch den Wechsel der Heimspielstätte unser Angebot für Zuschauer, Sponsoren und VIP-Gäste.“ Gemeint sind ein besseres Verpflegungsangebot für Fans, ein hochklassiger VIP-Bereich und attraktivere Präsentationsmöglichkeiten für Partner.

Der Frauensport gewinnt zunehmend an Aufmerksamkeit. Doch noch immer sind die Rahmenbedingungen für Frauen, so auch im Handball, schlechter als bei den männlichen Kollegen. Weniger Medienpräsenz und niedrigere Gehälter sind auch heute noch das Ergebnis historisch gewachsener Strukturen. Männerhandball wurde über Jahrzehnte stärker gefördert und vermarktet. Dadurch konnten größere Fanbases, höhere Einnahmen und professionellere Vereinsstrukturen entstehen, von denen männliche Spieler bis heute profitieren. Umso wichtiger sei es laut Geschäftsführer Lars Lammich, dass an den Frauenhandball geglaubt wird und sich Sponsoren engagieren, die nicht nur den Sport, sondern Frauen fördern wollen. SachsenEnergie ist seit der Saison 2025/2026 ein starker Partner an der Seite des HC Leipzig.

Dass sportliche Leistungen von Frauen genauso gefördert und gesehen werden wie die von Männern, ist dabei eine Selbstverständlichkeit. Das erklärte Ziel: Frauenhandball soll weiter an Sichtbarkeit gewinnen. Damit Talente wie Jana Walther ihren Weg mit Selbstvertrauen und Rückhalt bis an die Spitze gehen können. Cheftrainer Erik Töpfer ergänzt: „Sportliche Qualität ist das eine. Aber genauso wichtig ist das Interesse an Frauensport aus der Bevölkerung. Wir müssen die Spielerinnen für das sehen und würdigen, was sie tagtäglich im Training und auf dem Spielfeld leisten. Ich selbst habe nie an meinem Team gezweifelt .“ 

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