Eine der am häufigsten gestellten Fragen im Zusammenhang mit der Energiewende lautet: Was tun, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint? Die Antwort heißt Energiespeicherung. Dafür eignen sich beispielsweise Wasserstoff oder Batteriespeicher.
Großbatteriespeicher können Strom zeitlich versetzt aufnehmen und wieder bereitstellen. Damit schaffen sie zusätzliche Flexibilität im Stromsystem und können dazu beitragen, schwankende Einspeisungen aus Wind- und Photovoltaikanlagen auszugleichen.
SachsenEnergie wird in den kommenden Jahren verstärkt als Entwickler und Betreiber von Großbatteriespeicher-Projekten auftreten. Denn: Wir denken die Erzeugung, den Verbrauch und die Speicherung von Strom ganzheitlich.
Im Innovationskraftwerk Dresden-Reick hat SachsenEnergie frühzeitig Erfahrung im Betrieb von Großbatteriespeichern gesammelt. Hier betreibt Ostdeutschlands größter Kommunalversorger seit 2015 den ersten kommerziellen Batteriespeicher Sachsens.
Heute läuft die 2 Megawatt-Anlage noch immer zuverlässig. Sie trägt damit zur Netzstabilität vor Ort bei.
Das Pilotprojekt legte den Grundstein für die Entwicklung praxistauglicher Batteriespeichersysteme und hat SachsenEnergie wertvolle Erfahrungswerte eingebracht.
Wenn viel Strom aus erneuerbaren Energien produziert wird, wird Strom aus dem Netz in den Speicher geladen. In Zeiten geringer Produktion wird dieser wieder abgegeben und ins Netz eingespeist.
Die Energie wird für einige Stunden gespeichert. In der Regel werden Großbatteriespeicher ein- bis zweimal am Tag geladen und entladen.
Die Speicher können mit einem Wind- oder Photovoltaik-Park kombiniert werden oder davon unabhängig installiert werden (Stand Alone System). Aktuelle Batteriesysteme werden in vollintegrierten Containersystemen realisiert. Die Systeme sind modular aufgebaut und können dadurch skaliert werden.
Wir möchten unsere Batteriespeicherkapazitäten ausbauen. Deshalb suchen wir nach geeigneten Flächen und entwickelten Projekten:
Flächen an Netzknotenpunkten:
Batteriespeicherprojekte lassen sich besonders gut auf Flächen umsetzen, die über einen direkten Netzanschluss verfügen, z. B. an Transformatorenstationen.
Partner:
Wir sind offen für Partner (z. B. Industriekunden), mit denen wir in Gebieten mit begrenzten Netzanschlüssen gemeinsam Projekte entwickeln und eine Ladeinfrastruktur für PKW und LKW aufbauen können.
Kombi-Projekte:
Großbatteriespeicher sind eine hervorragende Ergänzung zu Photovoltaik- oder Windparks. Lassen Sie uns beides gemeinsam denken!
Auf verschiedenen Ebenen der Speichersysteme sind Sicherheitseinrichtungen installiert. Dadurch können kritische Betriebszustände frühzeitig erkannt und durch Abschaltungen vermieden werden. Zur weiteren Erhöhung der Sicherheit sind die meisten Anlagen mit einem Löschsystem ausgerüstet.
Die Nutzungsdauer eines Batteriespeichers hängt unter anderem von Zellchemie, Betriebsweise, Ladezyklen und Temperatur ab. Aktuelle Systeme haben derzeit eine ungefähre Lebensdauer von zehn bis 15 Jahren. Je nach System kann auch bei einer verbleibenden Kapazität von beispielsweise 75 Prozent ein technischer Weiterbetrieb möglich sein. Untersuchungen zeigen, dass Lithium-Ionen-Batterien auch unterhalb der häufig verwendeten Schwelle von 80 Prozent Restkapazität weiter genutzt werden können.
Nach dem Ende der ersten Nutzungsphase wird geprüft, ob Komponenten weiterverwendet oder aufbereitet werden können. Nicht weiterverwendbare Bauteile werden entsprechend den geltenden Vorgaben einer fachgerechten Verwertung beziehungsweise dem Recycling zugeführt.
Die Systeme sind modular aufgebaut. Abhängig vom jeweiligen System können einzelne Module oder Komponenten ausgetauscht werden. Dies kann dazu beitragen, die Nutzungsdauer des Gesamtsystems zu verlängern und einen sicheren Betrieb zu unterstützen.
Derzeit werden überwiegend Lithium-Eisenphosphat-Zellen, kurz LFP-Zellen, eingesetzt. Im Vergleich zu einigen anderen Lithium-Ionen-Zellchemien zeichnen sie sich insbesondere durch eine hohe thermische Stabilität und Zyklenfestigkeit aus. Zudem kommen sie im Kathodenmaterial ohne Nickel und Kobalt aus.
Zukünftig können Technologien wie Natrium-Ionen-Batterien in Großbatteriespeichern zum Einsatz kommen. Sie könnten eine wirtschaftliche Alternative sein.
Die Batterien, die in Elektroautos eingesetzt werden, sind grundsätzlich ebenfalls für den Einsatz als Energiespeicher geeignet. Darin liegen sogar große Potenziale. Technisch ist eine verstärkte Nutzung schon heute möglich. Für eine breitere Nutzung unter anderem regulatorische Anpassungen notwendig.
Hier finden Sie eine aktuelle Auswahl an interessanten Studien, Artikeln und Informationsmaterialien.
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